Eidg. höhere Fachprüfung

Die eidgenössische höhere Fachprüfung «Führungsexpertin/Führungsexperte Justizvollzug» ist ein Qualifikationsnachweis im Schweizerischem Bildungssystem, der zu den höheren, weiterführenden Berufsausbildungen (Tertiärstufe B) gehört. Sie stellt eine fortgeschrittene Stufe der Spezialisierung dar und qualifiziert Berufsleute als Expertinnen und Experten in ihrem Berufsfeld. An der höheren Fachprüfung werden die für die Aufgaben einer Führungsperson im Justizvollzug nötigen Kompetenzen vernetzt geprüft. Die Kandidatinnen und Kandidaten bereiten sich in der Führungsausbildung SKJV auf die eidgenössische höhere Fachprüfung vor.

Die höhere Fachprüfung, die 2018 revidiert wurde, wird in der Regel jedes zweite Jahr von ca. 40 Kandidatinnen und Kandidaten absolviert. Dabei handelt es sich um Personen, welche in einer Führungsposition in einer Einrichtung des Freiheitsentzugs arbeiten.

Profil höhere Fachprüfung

Das Qualifikationsprofil «Führungsexpertin/Führungsexperte Justizvollzug» vom 16. Januar 2018 bildet die Grundlage für die höhere Fachprüfung sowie auch für die prüfungsvorbereitende Führungsausbildung SKJV.

Die höhere Fachprüfung verfolgt neu einen handlungskompetenzorientierten Ansatz. Anlässlich der Prüfung geht es darum, unter Beweis zu stellen, dass die im Qualifikationsprofil definierten, für eine professionelle Berufs- und Funktionsausübung notwendigen Kompetenzen erworben und beherrscht werden. Dabei sind Kompetenzen mehr als die Wiedergabe von erworbenem Wissen. Kompetenzen umfassen vielmehr verschiedene Anteile: neben Wissen und Verstehen auch konkretes Können sowie entsprechende Einstellungen, Werte und Motivationen.

Wer die höhere Fachprüfung besteht, erhält das eidg. Diplom und darf den geschützten Titel «Führungsexpertin/Führungsexperte Justizvollzug» tragen.

Das mit einem erfolgreichen Abschluss der höheren Fachprüfung erworbene Diplom bietet folgende Vorteile:

  • Eidg. Anerkennung
  • Eingliederung der Ausbildung bzw. Prüfung ins nationale Bildungssystem (höhere Berufsbildung im Bereich Tertiär B) und in den nationalen Qualifikationsrahmen
  • Bestätigung, dass die notwendigen Kompetenzen erworben wurden, um eine Führungsfunktion in einer Vollzugseinrichtung des Freiheitsentzugs professionell auszuführen
  • Möglichkeit, als qualifizierte Führungsperson in einer Vollzugseinrichtung des Freiheitsentzugs tätig zu sein
  • Erhöhte berufliche Flexibilität als Führungsperson in einer Vollzugseinrichtung des Freiheitsentzugs
  • Zulassung zur Hochschulbildung

Inhalt

Die reguläre eidg. höhere Fachprüfung 2023 umfasst folgende Prüfungsteile:

  • 4-stündige schriftliche Prüfung
  • 40-minütige mündliche Prüfung

Im Rahmen der schriftlichen Prüfung bearbeiten die Kandidatinnen und Kandidaten ausgehend von einer Praxissituation aus dem Justizvollzug verschiedene Teilaufgaben aufeinanderfolgend.

Die mündliche Prüfung erfolgt in Form einer Fallstudie, im Rahmen derer ein komplexer Praxisfall aus dem Justizvollzug aus Führungsperspektive analysiert werden muss. Die Kandidatin oder Kandidat präsentiert nach einer individuellen Vorbereitungszeit den Fall, die gewonnenen Erkenntnisse, persönlichen Überlegungen und Empfehlungen. Auf die Präsentation folgt ein Fachgespräch mit zwei Expertinnen/Experten.

Die Aufgaben beider Prüfungsteile können sich aus jedem bzw. auch aus mehreren der sechs Handlungskompetenzbereiche des Handlungskompetenzprofils ergeben, wobei sich die mündliche und schriftliche Prüfung schwerpunktmässig nicht auf dieselben Handlungskompetenzbereiche beziehen.

 

Merkblatt

Zulassung

Zur Prüfung wird gemäss Art. 3.31 der Prüfungsordnung über die eidg. höhere Fachprüfung "Führungsexpertin/Führungsexperte Justizvollzug" vom 19. August 2019 zugelassen, wer über einen Fachausweis als Fachfrau/Fachmann für Justizvollzug oder einen anderen Abschluss auf Tertiärstufe und gleichwertige Kenntnisse im Bereich des Freiheitsentzuges verfügt; und zum Zeitpunkt der höheren Fachprüfung seit mindestens 18 Monaten als Führungsperson in einer Vollzugseinrichtung des Freiheitsentzugs tätig ist; und über die erforderlichen Modulabschlüsse bzw. Gleichwertigkeitsbestätigungen verfügt.

Über Gleichwertigkeitsfragen entscheidet die Qualitätssicherungskommission.

Bei Unklarheiten über die Prüfungszulassung Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Prüfungsgebühren

Kandidatinnen und Kandidaten aus Vollzugseinrichtungen des Freiheitsentzugs, die Kantonsbeiträge an die Trägerschaft [epjv] entrichten, bezahlen keine Prüfungsgebühren.
Für alle anderen Kandidatinnen und Kandidaten beträgt die Prüfungsgebühr CHF 2'000.-. Die Kosten für die Ausstellung des Diploms betragen CHF 40.-

 

Kostenregelung

Termine

Wiederholungsprüfung der eidg. höheren Fachprüfung 2022

Schriftliche Prüfung 2022
geleitete Fallarbeit
Donnerstag, 5. Mai 2022
Domaine Notre Dame de la Route, Villars-sur-Glâne

Mündliche Prüfung 2022
Fallstudie
Freitag, 6. Mai 2022
Domaine Notre Dame de la Route, Villars-sur-Glâne

 

Nächste reguläre eidg. höhere Fachprüfung 2023

 

Ausschreibung

 

Ausschreibung Wiederholungsprüfung der höheren Fachprüfung 2022

Ausschreibung

Merkblatt

 

 

 

Ausschreibung reguläre höhere Fachprüfung

Die Prüfung wird mindestens sechs Monate vor Prüfungsbeginn in allen drei Amtssprachen ausgeschrieben.

Nachteilsausgleich 

 

 

Anmeldung

Nächste reguläre eidg. höhere Fachprüfung

Die reguläre Berufsprüfung findet in der Regel alle zwei Jahre statt.

Die Anmeldung findet nach Publikation der Prüfungsausschreibung statt.

Diplomfeier

15.06.2018

Evaluation

Die Evaluation gehört zu den zentralen Verfahren der Qualitätssicherung und -entwicklung. Der Evaluationsablauf ist folgendermassen definiert:

 

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